Ein vergessenes Kleinod kennenlernen …

Laura Muntz Das rosa Kleid, 1897 34 × 45 cm, Öl auf Leinwand © Privatsammlung, Toronto. Foto: Thomas Moore

Den französischen Impressionismus kennt jeder. Die Bilder von Monet, Manet, Pissaro, Renoir und Degas sind tief ins kulturelle Gedächtnis eingebrannt und genießen weltweit bis heute große Beliebtheit. Wen wundert es, dass sich auch Künstler aus anderen Ländern für diese facettenreiche Kunstrichtung interessiert haben? Um die Jahrhundertwende zog es junge Künstler aus der ganzen Welt nach Paris, um dort den typischen Farbauftrag, das flirrende Lichtspiel und die Umsetzung der Motive zu trainieren. Zu diesen Reisenden gehörten auch Künstler aus Kanada. Manche wie William Blair Bruce, der als erster den Impressionistischen Stil annahm, sind heute fast vergessen. Andere wie Maurice Cullen, George Reid, Marc-Aurèle Suzor-Coté und die Group of Seven haben sich einen gewissen Bekanntheitsgrad über die Jahre erhalten. Fakt ist allerdings, dass die typisch kanadische Umsetzung der französischen Impulse gerne ignoriert wurden und erst in den letzten Jahren zu eigenem Ruhm gelangten.

In atemberaubend schönen Bildern schwelgen

Zum ersten Mal in Europa präsentiert die Kunsthalle München Meisterwerke kanadischer Impressionisten vom späten 19. bis ins frühe 20. Jahrhundert. Anhand von rund 120 teils noch nie öffentlich gezeigten Gemälden, vor allem aus kanadischen Museen und privaten Sammlungen, stellt die Ausstellung 36 Künstlerinnen und Künstler vor, die hierzulande – ganz zu unrecht – nahezu unbekannt sind.

Ausstellungsdauer: 19. Juli – 17. November 2019

Weitere Informationen: Kunsthalle

Kunsthalle – Theatinerstraße 8, 80333 München

Eintritt zzgl. 7 Euro Kunstvermittlergebühr

Führungen mit Vivien Rathjen:

Samstag, 28. September, 15:300 – 17:00 Uhr – Plätze frei

Samstag, 22. Oktober 2019, 15:15 – 16:45 Uhr – Plätze frei

 

 


Wussten Sie schon … ?

… dass der kanadische Maler William Blair Bruce nicht nur einer der ersten kanadischen Maler war, der zur Ausbildung nach Paris kam, sondern auch im Traum nicht daran dachte, die impressionistische Malerei zu lernen. Als er aber dem Impressionistischen Maler Claude Monet begegnete, änderte er seinen Malstil radikal. Monet hatte sich zu diesem Zeitpunkt schon in den Pariservorort Giverny zurückgezogen. Motiviert durch sein Vorbild malte Blair Bruce nun leuchtende Mohnfelder und den Wandel der Landschaft durch Wetter und Licht. Auch wenn er es immer wieder versucht, gewann er mit diesen Bildern keinen Preis im prestigeträchtigen Pariser Salon – es waren zu wenig Menschen darauf zu sehen.

Führung – Kanada und der Impressionismus

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