Le Corbusier (1887–1965) Kanapee II, 1963 Ateliers Pinton, Aubusson 191 × 251 cm, Wolle Sammlung Mobilier national © Fondation Le Corbusier / VG Bild-Kunst, Bonn 2019, Foto: Isabelle Bideau

Muralnomands* – Bilder für den Menschen in Bewegung

Weben ist eine der ältesten Handwerke des Menschen. Schon als Jäger und Sammler begannen die Menschen in leicht transportierbaren Hochwebstühlen Gewebe herzustellen. Dabei blieben sie bei einfachen Verbindung zwischen senkrechter Kette und waagrecht eingezogenem Schussfaden.

Die französische Gobelin-Manufaktur ließ diese einfachen Gewebe weit hinter sich und entwickelte Wandbehänge, die mit Gemälden konkurrieren konnten. Vom französischen König Ludwig XIV. im 17. Jahrhundert gegründet, produzierte die Manufaktur in Paris einzigartige Stücke nach Vorlagen von bekannten Künstlern, darunter Henri Matisse, Pablo Picasso, Le Corbusier, Joan Miró und Louise Bourgeois.

Überraschend vielfältige und moderne Gobelin-Weberei

Zum ersten Mal in Deutschland präsentiert die Kunsthalle München moderne Tapisserien, die in der Pariser Manufacture des Gobelins nach Entwürfen der namhaftesten Künstler des 20. und 21. Jahrhunderts entstanden. Anhand einer Vielzahl großformatiger Wandbehänge spannt die Ausstellung den Bogen vom Ende des Ersten Weltkriegs bis in die Gegenwart und zeigt, wie überraschend modern das noble Handwerk der Gobelin-Weberei tatsächlich ist.

Ausstellungsdauer: 06. Dezember – 08. März 2020

Kunsthalle, Theatinerstr. 8, 80333 München

Weitere Information unter: Kunsthalle

Eintritt zzgl. 7€ Kunstvermittlergebühr

Führunge mit Vivien Rathjen:

Samstag, 28. Dezember 2019, 11:00-12:20 Uhr – Plätze frei

Samstag, 25. Januar 2020, 11:00-12:30 Uhr – Plätze frei

Samstag, 01. Februar 2020, 15:00 – 16:30 Uhr – Plätze frei

 


Wussten Sie schon…?

… dass Le Corbusier den Wandteppich Les Dés Sont Jetés (Die Würfel sind gefallen) für das Opernhaus in Sydney produzierte, dass erst 65 Jahre nach seiner Entstehung an seinem Bestimmungsort aufgehängt wurde. Als der dänische Architekt Jørn Utzon den Wettbewerb für das außergewöhnliche Gebäude gewonnen hatte, war ihm sofort klar, dass Le Corbusier die perfekte Ergänzung wäre. Leider verließt Utzon 1966 das Bauvorhaben im Streit, sodass der fertige Teppich in Dänemark in der Familie Utzons blieb, wo er viel Freude bereitete. Erst 2015 wurde er dann an seinen ursprünglich zugedachten Platz verfrachtet. Von Le Corbusier stammte auch der Begriff *”Muralnomad” für die beweglichen Wandteppiche, die mit ihrer schnellen Auf- und Abbaubarkeit dem modernen Lebensgefühl entsprechen.

 

Führung – Die Fäden der Moderne. Matisse, Lurçat, Miró und die französischen Gobelins

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