Führung – SWOON – Time Capsule

Ein Spaziergang durch die Welt wie sie SWOON sieht

Als Frau in einer Männerdominierten Kunstrichtung erfolgreich zu sein, ist nicht leicht. Umso mehr freut es, dass sich die amerikanische Mixed-Media-Künstlerin SWOON seit zwei Jahrzehnten als eine der bedeutendsten Frauen in der Street-Art-Szene an der Spitze hält. Am renomierten Pratt-Institut ausgebildet, verarbeitete sie ihre Zeichnungen und Holzschnitte zu großformatigen Past-ups und klebte die Papierbilder wie Plakate in den Straßen New Yorks. Inzwischen hat sie mit ihren ausdruckstarken Porträts nicht nur die Aufmerksamkeit des Galeristen Jeffrey Deitch erregt, sondern wird auch in renommierten Museen der Welt, u.a. Museum of Modern Art New York, New Orleans Museum of Art, Tate Modern London gezeigt.

Die Lebensgeschichten in Gesichtern

Im MUCA – Deutschlands erstes Urban und Street Art Museum – versammelt SWOON erstmals einen Überblick ihres Schaffens. Oft zeigt sie Personen aus ihrem persönlichen Umfeld, Freunde und Familienmitglieder. Aber mit ihrem Gedanken, dass Kunst der Gemeinschaft gehört und ihr nützen soll, hat es SWOON in die ganze Welt hinausgetrieben. Die Ausstellung gibt Begegnungen wieder, die sie während ihrer Reise nach Südamerika, Asien und Indien machte.

Ausstellungsdauer: 19. Oktober – 03. Mai 2020

MUCA – Museum of Urban and Contemporary Art, Hotterstr. 12, 80333 München

Weitere Informationen unter: MUCA

Eintritt zzgl. 8 € Kunstvermittlergebühr.

Führungen mit Vivien Rathjen:

Donnerstag, 12. März 2020, 11:00-12:20 Uhr – Plätze frei

 

 

 


Wussten Sie schon…?

… dass SWOON, die eigentlich Caledonia Dance Curry heißt, mit sieben selbstgebauten Flossen aus Treibhölzern und anderen gefundenen Sachen auf dem Hudson River bis nach New York schwamm. Die Gruppe um die Künstlerin verdiente sich während ihrer dreiwöchigen Reise ihr Geld mit kleinen Performances und Konzerten, die sie spontan an jeder Anlegestelle aufführten. Die Aktion Swimming Cities of Switchback Sea erregte so große Aufmerksamkeit, dass SWOON 2009 eingeladen wurde, an der Biennale in Venedig teilzunehmen und mit ihren schwimmenden Skulpturbooten von Slowenien bis in die Lagunenstadt reiste.

 

Führung – Die Fäden der Moderne. Matisse, Lurçat, Miró und die französischen Gobelins

Le Corbusier (1887–1965) Kanapee II, 1963 Ateliers Pinton, Aubusson 191 × 251 cm, Wolle Sammlung Mobilier national © Fondation Le Corbusier / VG Bild-Kunst, Bonn 2019, Foto: Isabelle Bideau

Muralnomands* – Bilder für den Menschen in Bewegung

Weben ist eine der ältesten Handwerke des Menschen. Schon als Jäger und Sammler begannen die Menschen in leicht transportierbaren Hochwebstühlen Gewebe herzustellen. Dabei blieben sie bei einfachen Verbindung zwischen senkrechter Kette und waagrecht eingezogenem Schussfaden.

Die französische Gobelin-Manufaktur ließ diese einfachen Gewebe weit hinter sich und entwickelte Wandbehänge, die mit Gemälden konkurrieren konnten. Vom französischen König Ludwig XIV. im 17. Jahrhundert gegründet, produzierte die Manufaktur in Paris einzigartige Stücke nach Vorlagen von bekannten Künstlern, darunter Henri Matisse, Pablo Picasso, Le Corbusier, Joan Miró und Louise Bourgeois.

Überraschend vielfältige und moderne Gobelin-Weberei

Zum ersten Mal in Deutschland präsentiert die Kunsthalle München moderne Tapisserien, die in der Pariser Manufacture des Gobelins nach Entwürfen der namhaftesten Künstler des 20. und 21. Jahrhunderts entstanden. Anhand einer Vielzahl großformatiger Wandbehänge spannt die Ausstellung den Bogen vom Ende des Ersten Weltkriegs bis in die Gegenwart und zeigt, wie überraschend modern das noble Handwerk der Gobelin-Weberei tatsächlich ist.

Ausstellungsdauer: 06. Dezember – 08. März 2020

Kunsthalle, Theatinerstr. 8, 80333 München

Weitere Information unter: Kunsthalle

Eintritt zzgl. 7€ Kunstvermittlergebühr

Führunge mit Vivien Rathjen:

Samstag, 28. Dezember 2019, 11:00-12:20 Uhr – Plätze frei

Samstag, 25. Januar 2020, 11:00-12:30 Uhr – Plätze frei

Samstag, 01. Februar 2020, 15:00 – 16:30 Uhr – Plätze frei

 


Wussten Sie schon…?

… dass Le Corbusier den Wandteppich Les Dés Sont Jetés (Die Würfel sind gefallen) für das Opernhaus in Sydney produzierte, dass erst 65 Jahre nach seiner Entstehung an seinem Bestimmungsort aufgehängt wurde. Als der dänische Architekt Jørn Utzon den Wettbewerb für das außergewöhnliche Gebäude gewonnen hatte, war ihm sofort klar, dass Le Corbusier die perfekte Ergänzung wäre. Leider verließt Utzon 1966 das Bauvorhaben im Streit, sodass der fertige Teppich in Dänemark in der Familie Utzons blieb, wo er viel Freude bereitete. Erst 2015 wurde er dann an seinen ursprünglich zugedachten Platz verfrachtet. Von Le Corbusier stammte auch der Begriff *”Muralnomad” für die beweglichen Wandteppiche, die mit ihrer schnellen Auf- und Abbaubarkeit dem modernen Lebensgefühl entsprechen.

 

Führung – Anthonis van Dyck (1599-1641)

Anthonis van Dyck, Selbstbildnis, 1613-1615 Öl auf Holz (Eiche), 25,8 x 19,5 cm © Wien, Gemäldegalerie der Akademie der Bildenden Künste

Who while he lived gave immortality to many

(Anthonis van Dyck, der zu seinen Lebzeiten viele unsterblich machte)

Diesen Spruch ließ der britische König Charles I, auf den Grabstein seines Hofmalers schreiben. Der König war ein großer Liebhaber des wohl berühmtesten Schülers von Peter Paul Rubens und sammelte dessen Portraits und Selbstportraits. Wie keinem anderen gelang es van Dyck sinnliche Stofflichkeit mit Charakterstudien seiner Modelle zu verbinden.

Neue Erkenntnisse über einen alten Bekannten

Die Ausstellung in der Alten Pinakothek zeigt die Ergebnisse mehrjähriger Forschungsarbeiten zum Werk von Anthonis van Dycks. Mit rund 100 Exponaten wird seine künstlerische Entwicklung vorgestellt. Dazu gehört auch der Einfluss von Rubens, die Impulse, die er von Tizian erhalten hat und seine eigene Interpretation von Portait-Darstellungen.

Ausstellungsdauer:  ‐ 

Weitere Informationen unter: Alte Pinakothek

Alte Pinakothek, Barer Str. 27, 80333 München

Eintritt zzgl. 7 € Kunstvermittlergebühr

Führungen mit Vivien Rathjen:

Freitag, 01. November 2019, 15:30 – 17:00 Uhr – entfällt

Dienstag, 03. Dezember 2019, 18:00 – 19:30 Uhr – Plätze frei

Mittwoch, 11. Dezember 2019, 18:00 – 19:30 Uhr – Plätze frei

Montag, 06. Januar 2019, 15:00 – 16:30 Uhr – Plätze frei


Wussten Sie schon … ?

… dass Van Dyck bekannt für seine intospektiven Portraits war. Er malte seine Modelle nicht in ihrer Funktion, sondern interessierte sich für ihr Innenleben und ihren Charakter, den er in seinen Gemälden festzuhalten versuchte. König Charles I. erkannte dieses Genie und holte den Maler an den Englischen Hof. Hier malte Van Dyck auch die Portraits der Prinzessin Anna von England und des Prinzen von Oranien, die einander als Kinder versprochen worden waren. Die Bilder wurden dann zwischen Den Haag und London hin- und hergeschickt und waren bis zu ihrer Hochzeit das Einzige, dass der Prinz und die Prinzessin von einer gesehen hatten.