Führung – Lebensmenschen. Alexej von Jawlensky und Marianne von Werefkin

Marianne von Werefkin In die Nacht hinein, 1910, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München

Die Vordenkerin und der Impulsgeber

Der Blauen Reiter ist vielen ein Begriff. Meistens denkt man sofort an Franz Marcs blaue Pferde oder Wassily Kandinskys abstrakte Gemälde. Dass die Künstlervereinigung auch maßgeblich von Marianne von Werefkin und Alexej von  Jawlenksy geprägt wurden, ist da schon unbekannter. Dem Paar gelang es Münter und Kandinsky von ihrer langen Auslandsreise nach Murnau zu locken, wo der Eindruck der schönen Voralpenlandschaft zum neuen expessionistischen Malstil der beiden führte. Werefkin, ursprünglich aus dem russischen Adel, führte in der Schwabinger Giselastraße einen gefragten Salon, in dem sich die Intellektuellen und Künstler dieser Zeit trafen. Hier wurden nicht nur viele Künstlerkarrieren gestartet, sondern auch die Idee für die Neue Münchnerkunstvereinigung geboren, aus der schließlich der Blaue Reiter hervorging.

Partner in der Kunst – Partner für die Kunst

Bislang wurden die künstlerischen Leistungen von Werefkin und Jawlensky lediglich im Bezug auf den Blauen Reiter gezeigt. Dass sie aber jeweils eine eigene künstlerische Entwicklung durchliefen und sich in über 25 Jahren gemeinsamen Schaffen partnerschaftlich unterstützten, ist bis jetzt wenig bekannt.

Die Ausstellung im Kunstbau des Lenbachhauses stellt Alexej von Jawlensky und Marianne von Werefkin als Paar vor. An ausgewählten Werken wird gezeigt, wie sie sich gegenseitig beeinflusst  und in ihrer Künstlerischen Entwicklung vorangetrieben haben.

Ausstellungsdauer: 22. Oktober 2019 – 16. Februar 2020

Lenbachhaus, Luisenstraße 33, 80333 München

Weitere Informationen: Lenbachhaus

Eintritt zzgl. 7€ Kunstvermittlergebühr

Führungen mit Vivien Rathjen:

Donnerstag, 26. Dezember 2019, 11:45– 13:15 Uhr – Plätze frei

Sonntag, 26. Januar 2020, 13:45 – 15:15 Uhr – Plätze frei

Samstag, 01. Februar 2020, 11:15 – 12:45 Uhr – Plätze frei

 


Wussten Sie schon… ?

… dass Marianne von Werefkin von ihren Eltern von Anfang an in ihrer künstlerischen Entwicklung unterstützt wurde. Mit 20 erhielt sie Unterricht bei dem damals berühmtesten, realistischen Maler Russlands – Ilja Repin. Ein paar Jahre später verletzte sich Werefkin bei einem Jagdunfall an der rechten Hand – ihrer Malhand – und verlor den Mittelfinger. Trotzdem malte sie weiter und wurde so gut, dass sie bald den Beinamen “russischer Rembrandt” bekam.

Führung – Anthonis van Dyck (1599-1641)

Anthonis van Dyck, Selbstbildnis, 1613-1615 Öl auf Holz (Eiche), 25,8 x 19,5 cm © Wien, Gemäldegalerie der Akademie der Bildenden Künste

Who while he lived gave immortality to many

(Anthonis van Dyck, der zu seinen Lebzeiten viele unsterblich machte)

Diesen Spruch ließ der britische König Charles I, auf den Grabstein seines Hofmalers schreiben. Der König war ein großer Liebhaber des wohl berühmtesten Schülers von Peter Paul Rubens und sammelte dessen Portraits und Selbstportraits. Wie keinem anderen gelang es van Dyck sinnliche Stofflichkeit mit Charakterstudien seiner Modelle zu verbinden.

Neue Erkenntnisse über einen alten Bekannten

Die Ausstellung in der Alten Pinakothek zeigt die Ergebnisse mehrjähriger Forschungsarbeiten zum Werk von Anthonis van Dycks. Mit rund 100 Exponaten wird seine künstlerische Entwicklung vorgestellt. Dazu gehört auch der Einfluss von Rubens, die Impulse, die er von Tizian erhalten hat und seine eigene Interpretation von Portait-Darstellungen.

Ausstellungsdauer:  ‐ 

Weitere Informationen unter: Alte Pinakothek

Alte Pinakothek, Barer Str. 27, 80333 München

Eintritt zzgl. 7 € Kunstvermittlergebühr

Führungen mit Vivien Rathjen:

Freitag, 01. November 2019, 15:30 – 17:00 Uhr – Plätze frei

Dienstag, 03. Dezember 2019, 18:00 – 19:30 Uhr – Plätze frei

Mittwoch, 11. Dezember 2019, 18:00 – 19:30 Uhr – Plätze frei

Montag, 06. Januar 2019, 15:00 – 16:30 Uhr – Plätze frei


Wussten Sie schon … ?

… dass Van Dyck bekannt für seine intospektiven Portraits war. Er malte seine Modelle nicht in ihrer Funktion, sondern interessierte sich für ihr Innenleben und ihren Charakter, den er in seinen Gemälden festzuhalten versuchte. König Charles I. erkannte dieses Genie und holte den Maler an den Englischen Hof. Hier malte Van Dyck auch die Portraits der Prinzessin Anna von England und des Prinzen von Oranien, die einander als Kinder versprochen worden waren. Die Bilder wurden dann zwischen Den Haag und London hin- und hergeschickt und waren bis zu ihrer Hochzeit das Einzige, dass der Prinz und die Prinzessin von einer gesehen hatten.

 

Führung – Kanada und der Impressionismus

Ein vergessenes Kleinod kennenlernen …

Laura Muntz Das rosa Kleid, 1897 34 × 45 cm, Öl auf Leinwand © Privatsammlung, Toronto. Foto: Thomas Moore

Den französischen Impressionismus kennt jeder. Die Bilder von Monet, Manet, Pissaro, Renoir und Degas sind tief ins kulturelle Gedächtnis eingebrannt und genießen weltweit bis heute große Beliebtheit. Wen wundert es, dass sich auch Künstler aus anderen Ländern für diese facettenreiche Kunstrichtung interessiert haben? Um die Jahrhundertwende zog es junge Künstler aus der ganzen Welt nach Paris, um dort den typischen Farbauftrag, das flirrende Lichtspiel und die Umsetzung der Motive zu trainieren. Zu diesen Reisenden gehörten auch Künstler aus Kanada. Manche wie William Blair Bruce, der als erster den Impressionistischen Stil annahm, sind heute fast vergessen. Andere wie Maurice Cullen, George Reid, Marc-Aurèle Suzor-Coté und die Group of Seven haben sich einen gewissen Bekanntheitsgrad über die Jahre erhalten. Fakt ist allerdings, dass die typisch kanadische Umsetzung der französischen Impulse gerne ignoriert wurden und erst in den letzten Jahren zu eigenem Ruhm gelangten.

In atemberaubend schönen Bildern schwelgen

Zum ersten Mal in Europa präsentiert die Kunsthalle München Meisterwerke kanadischer Impressionisten vom späten 19. bis ins frühe 20. Jahrhundert. Anhand von rund 120 teils noch nie öffentlich gezeigten Gemälden, vor allem aus kanadischen Museen und privaten Sammlungen, stellt die Ausstellung 36 Künstlerinnen und Künstler vor, die hierzulande – ganz zu unrecht – nahezu unbekannt sind.

Ausstellungsdauer: 19. Juli – 17. November 2019

Weitere Informationen: Kunsthalle

Kunsthalle – Theatinerstraße 8, 80333 München

Eintritt zzgl. 7 Euro Kunstvermittlergebühr

Führungen mit Vivien Rathjen:

Samstag, 28. September, 15:300 – 17:00 Uhr – Plätze frei

Samstag, 22. Oktober 2019, 15:15 – 16:45 Uhr – Plätze frei

 

 


Wussten Sie schon … ?

… dass der kanadische Maler William Blair Bruce nicht nur einer der ersten kanadischen Maler war, der zur Ausbildung nach Paris kam, sondern auch im Traum nicht daran dachte, die impressionistische Malerei zu lernen. Als er aber dem Impressionistischen Maler Claude Monet begegnete, änderte er seinen Malstil radikal. Monet hatte sich zu diesem Zeitpunkt schon in den Pariservorort Giverny zurückgezogen. Motiviert durch sein Vorbild malte Blair Bruce nun leuchtende Mohnfelder und den Wandel der Landschaft durch Wetter und Licht. Auch wenn er es immer wieder versucht, gewann er mit diesen Bildern keinen Preis im prestigeträchtigen Pariser Salon – es waren zu wenig Menschen darauf zu sehen.

Vortrag – Zeichen an der Wand – Street Art von Jean-Michel Basquiat, Keith Haring bis Banksy – 11. 09. 19

Dinge, die man lesen kann…

Was für den Maler die Farbtube ist, ist für den Street Artist die Sprühdose. Mit ihr begann die Verbreitung des Phänomens “Graffiti” über die ganze Welt. Heute zieren unzählige gesprayte Tags (schnell hingeschriebene Namenskürzel) die Hauswände der Metropolen und kaum eine Unterführung kommt ohne buntes Mural (ein aufwändiges Gemälde) aus. Lernen Sie die Street Art kennen und verfolgen Sie ihren Weg vom illegalen Ausdrucksmittel einer Jugendkultur in New York der 60er Jahre bis zur anerkannten Stilrichtung.

Mittwoch, 11. September 2019, 18 Uhr

VHS, Allach-Untermenzing, Oertelplatz, 2. OG

Eintritt 7 €

Vortrag – Weben ist Frauensache. Die Weberei am Bauhaus – 24. 10. 19

Erfolgreich und publikumswirksam: Die Weberei – Werkstatt am Bauhaus

Weben war von Anfang an ein fester Bestandteil des Bauhauses. Im Gegensatz zu den anderen Werkstätten wurden hier hauptsächlich Frauen unterrichtet. Die Weberei war eine der erfolgreichsten und produktivsten Werkstätten. Künstlerinnen wie Anni Albers, die Frau von Josef Albers und Maria Marc, die Frau von Franz Marc, arbeiteten hier. Die von ihnen entwickelten Stoffe und Muster wurden von der Industrie noch Jahre nach der Schließung der Schule als Meterware produziert.

Donnerstag, 24. Oktober 2019, 19 Uhr

Bürgerhaus, Dr.-Max-Straße 1-3, 82031 Grünwald

Eintritt 7 €